Müll treibt im MeerGrundlegende Fakten: Schätzungen zufolge sterben jährlich über 1 Millionen Vögel und 100.000 Meerestiere an Plastikmüll, den sie mit Nahrung verwechseln. Da Meerestiere ihn nicht verdauen oder ausscheiden können, sammelt sich das Plastik im Magen der Tiere an und führt früher oder später zu einem qualvollen Tod durch Verhungern.

Neben Delfinen, Walen, Robben und Schildkröten sind auch Meeresvögel durch Plastikmüll bedroht. Sie fressen ihn nicht nur, sondern verheddern sich oftmals darin. Dies hat zur Folge, dass sie bei der Nahrungsaufnahme behindert werden oder sich damit strangulieren.

Schiffsmüll und Flüsse
Derzeit geht man von etwa 100-150 Millionen Tonnen Müll in den Weltmeeren aus, die sich in riesigen Müllstrudeln ansammeln. Jährlich kommen etwa 9 Millionen dazu. Verklappung von Schiffsmüll und das Verlieren von Ladung auf hoher See machen dabei weltweit gesehen nur 20% aus. Etwa 80% werden über die Flüsse ins Meer transportiert.

netzfund1In bestimmten Meeresregionen kann das Verhältnis jedoch umgekehrt sein, so zum Beispiel in der südlichen Nordsee. Hier stammt der Großteil des Mülls von der Schifffahrt, obwohl das Verklappen von Plastikmüll bereits seit 1973 durch das MARPOL-Übereinkommen verboten ist.

Plastik kann nicht abgebaut werden
Da Plastik ein künstlicher Stoff ist, kann er nicht abgebaut werden. Mit der Zeit zerfällt er zwar in immer kleinere Teile, doch Kleintiere und Mikroorganismen sind nicht in der Lage, Plastik zu verdauen und in einen anderen Stoff umzuwandeln. Plastik verbleibt so für immer als Fremdstoff im Ökosystem. Je nach Art und Stabilität des Plastiks können bis zu 600 Jahre vergehen, bis es in Kleinteile zerfällt.

Mikroplastik
Bei Mikroplastik handelt es sich um kleine Plastikteilchen. Sie stammen entweder von bereits zerfallenen Plastikgegenständen oder von in der Kosmetikindustrie eingesetzten und extra hergestellten Plastikpartikeln. Sie werden Zahnpasten, Peelingcremes und ähnlichen Produkten beigemengt, um eine Reibewirkung zu erzielen. Kläranlagen können das winzige Mikroplastik nicht herausfiltern. So gelangt es über die Flüsse ins Meer und in die Nahrungskette, womit es letztendlich wieder zum Menschen zurückkehrt. Mikroplastik konnte unter anderem schon in Leitungswasser, Fischen und Muscheln nachgewiesen werden.

Die Wirkung auf den menschlichen Organismus ist noch weitgehend unerforscht. Es ist jedoch bekannt, dass Plastik Giftstoffe im Wasser anzieht und sie an sich bindet. Bei Muscheln und Fischen wurden durch die Aufnahme von Mikroplastik bereits Leberschäden und Entzündungen nachgewiesen. Bei entsprechender Konzentration ist beim Menschen von einer ähnlichen Wirkung auszugehen.

02Luftballons
Eine noch weitgehend unbeachtete Gefahr geht von Luftballons aus, die man gerne in Massen zu festlichen Anlässen steigen lässt. Oftmals landen sie in Flüssen und Meeren und verursachen dort die gleichen gravierenden Probleme wie anderer Plastikmüll. Hier gibt es weitere Informationen.

Basstölpel-Friedhof auf Helgoland
Inselbesucher und Vogelliebhaber werden auf Helgoland immer häufiger Zeuge eines makabren Anblicks: Basstölpel und Trottellummen verheddern sich regelmäßig in Resten von Fischernetzen und anderem Zivilisationsmüll, die sie mit Nistmaterial verwechseln und zum Bau ihrer Nester an den Felsen verwenden. Dabei kommt es in vielen Fällen unweigerlich zur Strangulation der Tiere.


Sea Shepherd-Kampagnen:

Vortex-Projekt
2014 hat Sea Shepherd zusammen mit Bionic Yarn und Parley for the Oceans das Vortex-Projekt gestartet. Ziel ist es, die Meere von Plastik zu befreien und mit dem Müll Modeprodukte herzustellen.

Im Rahmen von „Operation Mare Nostrum“ entfernen Taucher von Sea Shepherd Geisternetze aus dem Mittelmeer. Foto: Sea Shepherd FrankreichOperation Mare Nostrum
Sea Shepherd Frankreich hat im Juli 2015 die erste Kampagne ins Leben gerufen, die das Entfernen von Müll und herrenloser Fischereiausrüstung im Mittelmeer zum Ziel hat. Durch die vielen Zuflüsse aus Europa, Afrika und dem Nahen Osten ist das Mittelmeer besonders durch Vermüllung bedroht. Die Säuberungsaktion begann in Marseille und wurde an der italienischen und spanischen Küste sowie Korsika fortgesetzt. Der gesamte geborgene Plastikmüll wird in Sea Shepherds Vortexprojekt wiederverwendet.

Beach Cleanups
Strand- und Ufersäuberungen werden bereits seit langem von vielen Naturschutzorganisationen auf der ganzen Welt organisiert
und sind ein leicht umzusetzender, aktiver Beitrag zum Meeresschutz. Auch Sea Shepherd führt regelmäßig Reinigungsaktionen
durch und ruft dazu auf, eigene Cleanups zu organisieren. Unsere Cleanup-Termine werden regelmäßig auf der Homepage unter dem Menüpunkt Events veröffentlicht: https://seashepherd.at/events


Was du tun kannst
- Vermeide Plastik, nutze keine Plastiktüten zum Einkaufen.
- Entsorge Plastikabfall fachgerecht.
- Organisiere eine Fluss- oder Strandsäuberungsaktion in deiner Nähe oder
- nimm an einem von Sea Shepherd veranstalteten Cleanup teil.
- Verzichte auf das Steigenlassen von Ballons.
- Kläre andere über die Vermüllung unserer Meere auf und verbreite diesen Artikel.
- Nimm bei Spaziergängen und Wanderungen immer eine Tüte mit, sammle frei herumliegenden Plastikmüll ein und entsorge ihn richtig.
  Damit leistest du nicht nur einen wertvollen Beitrag zum Natur- und Meeresschutz, sondern gehst auch als Vorbild voran und regst
  andere zum Nachdenken an.

Werde aktiv. Gemeinsam können wir viel erreichen!





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