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19. Februar 2011

1.     Glauben Sie, dass Japan seine Walfangoperationen in der Antarktis ganz aufgegeben hat?

Captain Paul Watson: Wir sind nicht sicher. Wir hoffen, dass sie mit dem Walfang im antarktischen Walschutzgebiet aufhören, doch wenn sie zurückkehren, werden wir sie nächste Saison wieder dort erwarten. Ich glaube, dass wir stärker und besser ausgerüstet als dieses Jahr zurückkehren werden, um ihre illegalen Walfangoperationen zu behindern.

2.     Warum haben sie Ihrer Meinung nach den Walfang eineinhalb Monate früher beendet als geplant?

Captain Paul Watson: Sie hatten keine andere Wahl. Wir haben ihre Operationen erfolgreich beendet. Als wir die Kontrolle über die Gleitbahn am Heck des Fabrikschiffes Nisshin Maru hatten, haben wir seitdem auch ihre Walfangoperationen kontrolliert. Wenn sie keine toten Wale auf das Flensdeck des Fabrikschiffes laden können, können sie keine Wale töten. So gab es für sie nur zwei Möglichkeiten: sich weiter von uns verfolgen zu lassen und sinnlos Treibstoff zu verbrauchen oder nach Japan zurückzukehren.

3.     Die japanische Fischereibehörde sagte, dass sie ihre Schiffe aus Sorge um die Sicherheit ihrer Mannschaften zurückgerufen habe. Sind Sie der Ansicht, dass diese Sorge berechtigt war?

Captain Paul Watson: Nein, unsere Taktiken haben sich während unserer sieben Kampagnen im Südpolarmeer nicht geändert. Wir sind jedes Jahr stärker und mit besseren finanziellen Mitteln zurückgekehrt und waren auf diese Weise viel erfolgreicher bei der Ortung und Blockierung ihrer Operationen. Ich glaube sie haben ihre Walfangoperationen offiziell beendet, weil wir sie in Wirklichkeit schon beendet hatten. Die japanischen Walfänger hatten niemals einen Grund Angst vor uns zu haben. Wir haben in unserer Geschichte nie irgendjemanden schwer verletzt und wir sind stolz auf diesen makellosen Rekord.

4.     Das Institut für Walforschung (ICR) bezeichnet die Sea Shepherd Conservation Society als ökoterroristische Organisation. Gibt das Anlass zur Sorge?

Captain Paul Watson: Sie können uns nennen was sie wollen, aber entweder sollen sie uns wegen ökoterroristischer Aktionen verhaften oder die Klappe halten. Sie bezeichnen uns schon seit Jahren so, haben uns aber nicht wegen irgendwelcher Verbrechen angeklagt. Ich glaube nicht, dass sie verstehen, was das Wort Terrorist bedeutet. Auf Japanisch scheint es alles zu bedeuten, was dem japanischen Status Quo entgegensteht.

5.     Japan hat Australien, Neuseeland und die Niederlande ersucht, Sea Shepherd daran zu hindern gegen ihre Walfangoperationen einzuschreiten. Machen Sie sich deswegen Sorgen?

Captain Paul Watson: Diese Bitte, oder eher Forderung, stellt Japan schon seit sechs Jahren. Ich glaube nicht, dass die Regierungen dieser Länder sich gegen die Anti-Walfangposition ihrer eigenen Bürger stellen, um Japan einen Gefallen zu tun. Sie legen vielleicht Lippenbekenntnisse ab und bieten diplomatische Nettigkeiten, sie wissen aber sehr genau, dass die Wahlurnen für die Niederlande, Neuseeland und Australien nicht in Tokio zu finden sind.

6.     Was war der Unterschied zwischen diesem Jahr und den Vorjahren?

Captain Paul Watson: Jedes Jahr kehren wir stärker, erfahrener und besser ausgerüstet ins Südpolarmeer zurück. Jedes Jahr kehrt die japanische Walfangflotte schwächer als im Jahr zuvor zurück. Dieses Jahr setzten wir auch die Gojira als Spähschiff ein, das von Captain Locky MacLean gesteuert wird – ein Mann der keine Effekthascherei betreibt, sondern seine Pflicht für unsere Sache erfüllt. Er hat seine Arbeit perfekt gemacht und sowohl das Tankschiff als auch die Nisshin Maru ausfindig gemacht und die Harpunenschiffe behindert. Wir hatten auch die Bob Barker mit ihren Langstreckentreibstoffreserven und ihrem eistauglichen Rumpf, um die Walfänger zu verfolgen, egal wohin sie fahren. Am wichtigsten waren aber unser großartiges Team, 88 leidenschaftliche Freiwillige auf drei Schiffen und ein starkes weltweites Unterstützungsteam an Land.

7.     Wie viele Wale wurden diese Saison getötet und wie viele waren es letzte Saison?

Captain Paul Watson: Letzte Saison töteten sie 507 Zwergwale und keine Buckel- und Finnwale. Ihre vorher selbst festgesetzte Quote betrug 935 Zwergwale, 50 Buckelwale und 50 Finnwale. Dieses Jahr töteten sie laut ICR 170 Zwergwale und 2 Finnwale. Sie konnten ihre Quote nur zu 16 % erfüllen. Anfangs dachte ich, dass sie mit nur einem Harpunenschiff nicht mehr als 100 Wale gefangen haben können. Doch dann habe ich herausgefunden, dass sie die beiden Harpuniere der anderen zwei Harpunenschiffe auf einem Harpunenschiff eingesetzt haben, damit sie rund um die Uhr arbeiten konnten. Ich vermute auch, dass sie die Gelegenheit genutzt haben ganze Walgruppen abzuschlachten, um ihre Fangzahlen zu maximieren, statt „Proben“ von verschiedenen Walschulen oder -gruppen zu nehmen. Dies steht im Widerspruch zu ihrer so genannten wissenschaftlichen Rechtfertigung des Walfangs. Sie waren aber so verzweifelt so viele Wale wie möglich zu töten, bevor wir uns an ihr Heck hängen konnten und den Walfang unmöglich machten.

8.     Greenpeace hat nicht einmal erwähnt, dass Sea Shepherd für die Entscheidung Japans verantwortlich ist, ihre Walfangoperationen einzustellen. Warum haben sie das gemacht?

Captain Paul Watson: Die Antwort ist einfach: Sie mögen weder Sea Shepherd noch mich, obwohl ich Mitbegründer von Greenpeace bin. Tatsache ist aber, dass die japanische Regierung und die japanischen Walfänger Sea Shepherd dafür verantwortlich machen, dass das Abschlachten der Wale eingestellt wurde. Deutlicher könnte es nicht sein. Ich habe Greenpeace eingeladen, sich dieses Jahr mit uns zu verbünden, sie haben sich aber geweigert. Zu einer Zusammenarbeit bin ich immer noch bereit, doch sie weigern sich unsere Existenz anzuerkennen. Das ist wirklich schade, denn als Mitbegründer von Greenpeace würde ich mir wünschen stolz auf das zu sein, was wir 1972 begonnen haben. Ich behaupte, dass sie an Glaubwürdigkeit verlieren und sich selbst und ihren Mitgliedern absolut keinen Gefallen tun, indem sie so tun, als ob Sea Shepherd nicht existiert. Greenpeace sollte den zweiten Teil seines Namens in die Tat umsetzen und Frieden mit anderen Organisationen schließen, besonders mit einer, die von einem ihrer eigenen Mitbegründer gegründet und geleitet wird.

9.     Glauben Sie, dass Sea Shepherd diesen großartigen Erfolg alleine erreicht hat?

Captain Paul Watson: Absolut nicht. Ohne die Unterstützung der Menschen und Häfen von Australien und Neuseeland, wären wir nicht in der Lage gewesen diese Kampagnen durchzuführen. Wir sind den Häfen von Hobart, Melbourne, Sydney, New Castle, Brisbane, Fremantle und Albany in Australien und den Häfen von Wellington, Bluff und Auckland in Neuseeland zu großem Dank verpflichtet. Wir danken den Menschen in den Niederlanden und der holländischen Postal Code Lotterie für das Privileg, unter der holländischen Fahne fahren zu dürfen und für die finanzielle Unterstützung. Wir sind den Mohawks des Kahnawake-Reservats dankbar, dass sie uns mit der Fahne der Fünf Nationen der Iroquois Liga beehren und wir sind dankbar, dass uns offiziell die Fahne der Aborigines aus Australien und die Maori-Fahne aus Aotearoa übergeben wurde. Wir bedanken uns für die unglaubliche Hilfe von Mr. Bob Barker, der es uns ermöglicht hat ein perfektes Schiff zu besorgen, um die Steve Irwin zu unterstützen. Wir danken den australischen Senatoren Bob Brown und Rachel Siewert, der Grünen Partei Australiens, dem Bürgermeister von Fremantle, Brad Pettitt und dem ehemaligen Bürgermeister Peter Tagliaferri, dem ehemaligen australischen Umweltminister Senator Ian Campbell und der Bürgermeisterin von Wellington – Celia Wade-Brown.

Tatsächlich gibt es so viele Menschen, die uns geholfen und mitgemacht haben, Gelder beschafften und ihre Zeit bereitgestellt haben, dass ich ein spezielles und sehr langes aber wohl verdientes Dankschön an alle schreibe. Wir werden es bald auf der Webseite veröffentlichen. Schließlich war dies eine internationale, gemeinschaftliche Errungenschaft von vielen großartigen, leidenschaftlichen und engagierten Menschen, die ich alle bewundere und schätze.  

10. Was plant Sea Shepherd jetzt?

Captain Paul Watson: Wir müssen uns darauf vorbereiten nächste Saison ins Südpolarmeer zurückzukehren. Wir wissen nicht, ob die Jagd wieder stattfinden wird, aber wir werden darauf vorbereitet sein sie abzufangen, falls sie wiederkommen. Wir wollen noch effektiver sein und das heißt, dass wir ein viertes Schiff anschaffen müssen. Ein größeres, schnelleres, eistaugliches Schiff mit großer Reichweite, das die Harpunenschiffe im Eis überholen kann. In der Zwischenzeit müssen wir den Blauflossenthunfisch im Mittelmeer und Grindwale auf den dänischen Färöer-Inseln schützen und gegen Wilderer auf den Galapagos vorgehen. Die Meereslebewesen werden vom Plankton bis zu den Walen von vielen Gefahren bedroht. Wir müssen das angehen, was wir können, wo wir es können und so gut wir mit den uns verfügbaren Mitteln dazu in der Lage sind.






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