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11. Januar 2011

Kommentar von Scott West, Koordinator der Sea Shepherd-Kampagne in Taiji

Wir können uns alle darin einig sein, dass es eine gute Sache ist, dass das Delfinabschlachten in Taiji und die Delfinarienindustrie, die mit der Jagd zusammenhängt, eine große, weltweite Aufmerksamkeit erregt. Hardy Jones begann mit dem Öffentlichmachen dieser Gräueltaten vor einigen Jahrzehnten und 2003 war es Sea Shepherd, die die Geschehnisse international bekannt machte. Ric O’Barry und Louie Psihoyos verhalfen der Sache mit ihrem Film „Die Bucht“ zu weiterer Bekanntheit auf der ganzen Welt. Sea Shepherd kehrte dann im September 2010 nach Taiji zurück, um jeden Tag dort anwesend zu sein und sicherzustellen, dass die Jagd, das Abschlachten und der Fang der Delfine nicht ohne Dokumentation geschehen. Andere Gruppen haben sich angeschlossen – je mehr desto besser, denn dieser Wahnsinn muss aufhören.

Was in Taiji passiert ist grauenhaft und inakzeptabel, doch dies ist nur ein Kapitel in der Geschichte, wie Japan routinemäßig tausende von Delfinen jedes Jahr in seinen Gewässern umbringt. Im Gegensatz zu den meisten fortschrittlichen, modernen, zivilisierten und gebildeten Ländern der Erde, erlaubt und fördert Japan immer noch das Abschlachten und Fangen von Meeressäugern. Japan steht auch beim Überfischen und Ausbeuten unserer Meere an erster Stelle. Unbekümmert belügt Japans Fischereibehörde sich selbst und das japanische Volk in Bezug auf den Zustand der Meere. Dem Durchschnittsjapaner kann man keinen Vorwurf machen, wenn er diesen Lügen zum Opfer fällt.

Was wir jedoch verurteilen sind die Entscheidungen der Männer und Frauen, die intensiv in die Jagd und das Abschlachten der Delfine und in den Handel sowie in die Unterhaltungsindustrie verwickelt sind. Dies sind Leute, die die verheerenden Folgen ihrer Handlungen direkt miterleben und dennoch weitermachen. Sie mögen sich rechtfertigen, indem sie sich vorgaukeln, dass ihre Taten etwas mit Kultur zu tun hätten oder ihr Gewissen mit der althergebrachten Entschuldigung „Ich mache nur meinen Job“ beruhigen. Doch für das Verfolgen, Fangen, Versklaven oder Abschlachten von Walen gibt es weder legitime Argumente noch Gründe.

Die Delfinquäler in Taiji und anderswo in Japan und die Delfinquäler in der weltweiten Delfinarienindustrie verdienen kein Interesse und sicherlich keinen Respekt von uns. Sie verdienen höchstens unser Mitleid oder vielmehr unsere Verachtung. Wir wollen nicht, dass sie verletzt werden, aber es ist mit Sicherheit akzeptabel, ihren so genannten „Job“ so unangenehm wie möglich zu machen. Noch besser ist es, wenn die Öffentlichkeit ihre Taten mit Argusaugen und ohne jegliches Verständnis beobachtet. Es wäre das höchste der Gefühle, sie so lange zu bedrängen, dass sie sich einen neuen Job suchen.

Ich habe drei Monate in Taiji verbracht und das Versprechen von Sea Shepherd an die japanische Polizei eingehalten und keine ihrer Netze zerschnitten. Ich habe meine Arbeit innerhalb der Grenzen japanischer Gesetze geleistet. Ich habe auch jede Gelegenheit genutzt, um die schändlichen Taten dieser verabscheuungswürdigen Individuen aufzuzeichnen und sie mit meiner Kamera zu belästigen. Sie schreckten vor der Linse zurück, wie das Böse vor dem Licht zurückschreckt. Ich freue mich darauf, irgendwann wieder nach Japan zurückzukehren, um erneut das Böse in Taiji ans Tageslicht zu bringen.

Taiji im Allgemeinen und die Bucht im Besonderen sind zwei extreme böse Orte. Man kann es in der Luft, im Boden und mit Sicherheit im Wasser fühlen. Auf den ersten Blick ist die Stadt von atemberaubender Schönheit, doch mit der Zeit und nachdem man das unaussprechliche Leid und den Horror, den die Männer und Frauen dort verursachen, gesehen hat, sieht man an diesem Ort immer die hässliche Wahrheit, für die er steht.

Der Ort selber ist nicht verloren. Die unschuldigen Bürger von Taiji, welche die Schande ertragen müssen, die eine Handvoll ihrer Nachbarn über sie bringen, sind mit Sicherheit nicht hässlich oder böse. Wie sieht es mit den Männern und Frauen aus, die die Delfine misshandeln oder diese Sünden unterstützen? Sind sie noch zu retten? Wen kümmert es? Alles was zählt ist, dass sie ihre bösartigen Taten beenden. Und beinahe alles, was ein jeder von uns tun kann, um dies zu erreichen, ist willkommen und zu unterstützen.

Denjenigen, die Sea Shepherd oder mich für unsere Aktionen und Einstellungen attackieren, kann ich nur sagen, dass es uns einfach nicht interessiert, was ihr denkt. Uns interessiert nur, was die Delfine denken. Und wenn sie sich vielleicht darüber wundern, warum wir uns zurückhalten, japanische Gesetze zu brechen, kann ich dir versichern, dass sie nicht fürchterlich verärgert sind, wenn wir dort erscheinen und etwas sagen, das einen Delfinmörder vielleicht zum Weinen bringt.

Für die Ozeane,

Scott West

Cove Guardian






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