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 „Man ‘erntet’ keine Robben, Schweine, Delfine, Rehe, Fische oder andere Tiere. Warum nutzt man also dieses Wort, um sich auf das Töten von Robben und Delfinen zu beziehen?“ Foto: Sea Shepherd/Greg Hager27. Oktober 2015: Kommentar von Captain Paul Watson

Schon seit vielen Jahren stören mich einige der Begriffe, die von unserer Gesellschaft in Bezug auf unseren brutalen Umgang mit Tieren verwendet werden.

Wir müssen dem utilitaristischen, konsumistischen Jargon ein Ende setzen, der dazu benutzt wird, die
ökologische Ausbeutung und das Ausüben von Gewalt gegenüber nicht-menschlichen Arten zu rechtfertigen.

Das erste Wort, das in diesem Zusammenhang entfernt werden sollte, ist „ernten“, wenn es in Verbindung mit dem Töten von Tieren genutzt wird.

Man „erntet“ keine Robben, Schweine, Delfine, Rehe, Fische oder andere Tierarten. Die Benutzung dieses Wortes ergibt keinen Sinn. Man erntet Mais, Orangen oder Äpfel, aber keine Robben oder Fische. Mir ist aufgefallen, dass nicht einmal Bauern diesen Begriff für das Töten von Schweinen oder Kühen nutzen. Bauern schlachten Kühe und Schweine, sie ernten sie nicht. Warum sollte man also diesen Begriff nutzen, wenn es um das Töten von Robben und Delfinen geht? Es ist nur ein weiterer Versuch der Menschen, die Tiere töten, die Hässlichkeit aus der Sprache zu entfernen und ihre Verbrechen mit Verleugnung zu rechtfertigen.

Die kanadische Regierung hat sogar versucht, Babyrobben als erwachsen zu bezeichnen, indem sie jede Robbe im Alter von über drei Wochen als erwachsen erklärte. Für mich sieht es so aus, dass jede Robbe im Alter von drei Wochen, die nicht schwimmen oder fliehen kann und hilflos auf einer Eisscholle treibt, eine Babyrobbe ist.

Und es ist keine Robbenjagd. Hilflose Babyrobben in ihrem Aufzuchtgebiet mit einem Knüppel zu erschlagen, ist ein grausames, furchtbares Massaker an hilflosen und unschuldigen Kreaturen, das man nicht als Jagd bezeichnen kann.

Das Wort „nachhaltig“. Dieses Juwel dachte sich Gro Harlem Bruntland, die walmordende, frühere Premierministerin von Norwegen, aus. Ihr war Naturschutz wichtig, solange er außerhalb der Grenzen von Norwegen betrieben wurde und die norwegischen Fischereischiffe nicht betraf.

Das Wort „nachhaltig“ erschien zur Zeit der UN-Konferenz zur Umwelt und Entwicklung 1992.

Was bedeutet es? Nachdem man diesen Begriff von der Verdrehung der Tatsachen und dem Greenwashing befreit hat, bedeutet es „alles wie immer“.

Zum Beispiel ist oft die Rede vom Wert der „nachhaltigen Fischerei“. Mir fallen nicht viele Fischereien ein, die tatsächlich nachhaltig sind. So gut wie jedes kommerzielle Fischereiunternehmen auf der Welt befindet sich kurz vor dem finanziellen Zusammenbruch. Trotzdem gibt es anscheinend immer noch „nachhaltig gefangenen“ Dorsch oder Thunfisch (zumindest, wenn man dem Label auf der Verpackung glaubt).

In einer Welt mit 7,5 Milliarden Menschen bedeutet das Wort „nachhaltig“ recht wenig. Man bedenke Folgendes: Wenn jeder Mensch auf der Welt einmal in der Woche einen Fisch isst, dann sind das 7,5 Milliarden Fische in der Woche oder 390 Milliarden im Jahr. Die Ozeane können dem nicht standhalten. Folglich wird der Fisch teurer, und es können ihn sich nur wohlhabende Nationen leisten. Riesige Fabrikschiffe werden aus Europa und Japan an die Küsten von Afrika und Indien geschickt, um die Fischbestände zu plündern, die die Afrikaner und Inder selber zum Überleben brauchen. Jeden Tag sind über eine Millionen Fischereischiffe auf den Weltmeeren aktiv, und sie entnehmen dem Meer jede Woche zehntausende Tonnen Fisch. Wie passt das Wort „nachhaltig“ da auch nur entfernt in die Realität der weltweiten, industriellen Fischerei?

Die ökologische Wahrheit ist, dass alle industriellen Fischereien sofort verboten werden sollten, wenn wir das Ökosystem Meer schützen wollen. Es gibt in all den Meeren der Welt einfach nicht genug Fisch, um die Nachfrage der wachsenden menschlichen Bevölkerung zu stillen. Wenn die Nachfrage die Versorgungsmöglichkeiten übersteigt, dann ist das Wort „nachhaltig“ bedeutungslos.

Ein weiterer Begriff unserer heutigen Zeit ist „Bestände“. Dieses Wort klingt so, als wäre der Ozean unser privates Vorratslager. In der Fischerei werden Begriffe wie „die Bestände kontrollieren“, „die Bestände wurden reduziert“ oder „die Bestände sind gesund“ verwendet.

Es klingt so, als wäre alles ordentlich und praktisch, und als läge der Fisch schon im Supermarktregal. Der korrekte Begriff dafür sollte „Populationen“ sein.

Wir sagen ja auch nicht „ein ungesunder Bestand von Menschen vernichtet die Umwelt“ oder „der Bestand der Menschen muss kontrolliert werden“.

Wenn man die drei bereits erwähnten Begriffe kombiniert, ergibt das „nachhaltiges Ernten von Fischbeständen“. Wir trennen uns selbst von der Natur.

Manchmal wird das Wort „Fisch“ durch „Produkt“ ersetzt.

„Jawohl Sir, wir haben in dieser Saison eine Millionen Dosen von diesem Produkt gefangen, direkt fertig für den Verkauf, natürlich nachhaltig und human geerntet.“

Was uns zu dem Begriff „human“ bringt, wie in „human töten“.

Dieser Begriff vermittelt, dass das Töten in Ordnung ist, solange es auf „humane“ Art erfolgt. Es bedeutet eigentlich sogar, dass das Töten von Tieren durch Menschen akzeptabel ist, solange wir unsere Schuld beschwichtigen können, indem wir es durch das „Humanisieren“ der Tat so klingen lassen, als sei es in Ordnung. Wann wurde das Töten „human“?

Der Begriff „human“ wird immer im Zusammenhang mit dem Rechtfertigen des Abschlachtens von Tieren genutzt. Es ist das ethisch korrekte Gegenstück zu „grausam“.

Die Menschen löschen jedes Jahr 90 Millionen Haie aus, meistens, indem sie die Flossen abtrennen und die Tiere dann lebendig zurück ins Meer schmeißen. Dies wird als „human“ bezeichnet, sowie das Töten aller Tierarten als „human“ bezeichnet wird.

Wir Menschen denken wirklich, wir seien eine nette Spezies. Wir rechtfertigen unsere Grausamkeit und bezeichnen uns selbst als „human“. Ein Beispiel: Wenn Männer mit Knüppeln bewaffnet durch die Straßen ziehen und kleine Kätzchen erschlagen würden, dann ginge ein Aufschrei durch die Öffentlichkeit und Medien. Es würde uns sogar über die Maßen empören und das zu recht; ebenso, wenn die chinesischen Behörden Massenabschlachtungen von Hunden veranlassen. Aber das Erschlagen und Treten von Robbenbabys, die dann bei lebendigem Leibe gehäutet werden oder das Durchtrennen der Kehle von Schafen und Ziegen, scheint für viele dieser empörten Menschen völlig normal.

Bei der Vermarktung nutzen wir den Begriff „freilaufende Hühner“. Das Bild, das so erschaffen wird, zeigt fröhliche Hühner, die glücklich auf dem Boden nach Insekten picken. Die Wahrheit ist, dass die Hühner irgendwann vor ihrer Enthauptung und Verwandlung in „Hähnchenflügel“ ihren Käfig verlassen dürfen.

„Homo hypocriticus“ oder „heuchlerischer Primat“ wären Begriffe, welche die Spezies Mensch am besten beschreiben. Wir nennen uns „Homo sapiens“, was „intelligenter Mensch“ bedeutet. Aber uns nur so zu nennen, macht es nicht automatisch wahr.

So haben wir also die absurde Beschreibung „humanes und nachhaltiges Ernten von Beständen von Delfinen und Robben“ für die kanadische Robbenjagd und das Abschlachten von Delfinen in Japan.

Indem wir einfach das Wort „human“ nutzen, können wir akzeptieren, dass es in Ordnung ist, auf den Kopf eines Tieres mit einem Pickel einzuschlagen.

Stellt euch die Empörung vor, wenn Tierheime plötzlich Hunde und Katzen mit Knüppeln erschlagen, statt sie mit einer tödlichen Injektion zu töten. Natürlich vermeiden wir das Wort „töten“ im Bezug auf Tierheime auch. Wir nennen es „die armen Tiere einschläfern“. Es klingt so viel netter. Die tödliche Injektion wird als „humaner“ empfunden als das Prügeln, aber das Ergebnis ist trotzdem der Tod.

Wir hören immer, dass die färöischen Walmörder „auf humane Weise den Hals eines Grindwals durchschneiden, um das Rückenmark zu durchtrennen“. Es dauert zwar einige Minuten, aber die dänische Regierung behauptet, dass das Abschlachten von Grindwalen eine „humane, nachhaltige Ernte von wilden Grindwalbeständen“ sei.

Und um es noch schlimmer zu machen, haben wir einige Wale im Englischen als „right whales“ (Anm.: im Deutschen „Glattwale“) bezeichnet, weil die Walfänger sie als „die richtigen Wale zum Töten“ betrachteten, denn sie waren langsam und sanken nach dem Harpunieren nicht. Ich hätte es lieber, wenn der „Patagonian right whale“ nur „Patagonian whale“ (Anm.: im Deutschen „Südkaper“) heißen würde.

Und der arme kleine Minkewal wurde mit dem Spitznamen eines berüchtigten, norwegischen Walmörders beleidigt. Captain Meincke, ein sadistischer Charakter, der es liebte, Wale zu töten. Mir wäre es lieber, wenn der Wal nach jemandem benannt würde, der Wale mag oder sie beschützt, statt eines Wal-Massenmörders. Ich nenne diesen Wal „Piked whale“ (Anm.: Im Deutschen hat sich der Begriff „Zwergwal“ durchgesetzt).

Und warum kann man diese Tier-Töter nicht als „Mörder“ bezeichnen?

Websters Wörterbuch definiert „Mord“ als das Töten eines anderen menschlichen Wesens, aber es sagt auch, dass „nicht-humanes“ oder barbarisches Töten auch Mord ist.

„Homizid“ ist der korrekte Begriff für das Ermorden eines Menschen. „Matrizid“ ist das Ermorden deiner Mutter und „Fratrizid“ ist das Ermorden deines Bruders. Der Schlüssel ist die Endung „-zid“, welche Mord bedeutet. Daher ist das Töten von Walen „Cetazid“ und das Töten eines Affen „Simizid“.

Die Färinger nennen das Töten von Grindwalen „Grindadráp“. Das Wort „Grind“ bedeutet Wal und das Wort „drap“ ist nordisch für Mord.

Ich denke, dass Mord ein akzeptabler Begriff ist, um das barbarische Abschlachten einer Robbe oder das „nicht-humane“ Töten eines Delfins, Wals oder Elefanten.

Menschen mögen es, Dinge zu verschönern, um die Verantwortung für das mutwillige Töten von Tieren von sich zu weisen.

Dr. Walter Palmer behauptet, dass es legal und human war, das Leben von Cecil, dem Löwen, zu „nehmen“. Es ist ein weiteres Wort, um das Wort „töten“ zu ersetzen. Es klingt netter.

Ich finde es auch interessant, dass sich einige Leute, die Fleisch essen, als „Karnivoren“ bezeichnen. Ein wahrer Fleischfresser würde über diese selbstverherrlichende Beschreibung lachen. Menschen sind keine Karnivoren. Fleischfresser jagen, setzen zum Sprung an und reißen das Fleisch vom Körper ihrer lebenden Beute, mit Adern zwischen ihren Zähnen, Blut in ihrem Gesicht und dem Gestank von Tod in ihrer Nase.

Allerdings muss ich zugeben, dass es einige wenige, perverse Leute gibt, die das Hirn lebendiger Affen und lebende, sich windende Aale essen. Aber der Durchschnittsmensch isst kein lebendiges Fleisch. Tatsächlich ist der Mensch ein Aasfresser, er isst totes Fleisch. Der richtige Ausdruck ist daher nicht „Karnivore“ sondern „Nekrivore“.

Manchmal sind die Tiere, die sie essen seit Wochen oder sogar Jahren tot, aber deren Fleisch sieht dank Chemikalien wie Bleiche und Farbstoffen rot und frisch aus.

Die Menschen stehen den Geiern, Hyänen und Schakalen näher als den Löwen, Tigern und Wölfen, denen sie lieber ähneln würden.

Und dann gibt es die Einteilung von Menschen in verschiedene Lager, als ein Versuch der „Entmenschlichung“. Naturschützer werden oft „Öko-Terroristen“ genannt, obwohl kein Naturschützer je irgendwen terrorisiert oder verletzt hat. Aber Unternehmen wie Union Carbine, Monsanto, BP, Shell und Exxon können Menschen töten und gewaltigen Schaden an der Umwelt anrichten, ohne dass sie von den Medien als „Öko-Terroristen“ bezeichnet werden. Es sind meist solche Unternehmen, die Naturschützer als „Öko-Terroristen“ bezeichnen. Dies ist ein PR-Begriff, um mitfühlende Menschen zu dämonisieren.

Wir haben keine Holzindustrie mehr, wir nennen es nun „Waldbau“. Es geht einher mit der „Healthy Forest Initiative“, in der ein „gesunder Wald“ einer ist, der geerntet wird – human und nachhaltig versteht sich. Die Holzfäller sind nun „Waldpfleger“, welche die Wälder im Sinne zukünftiger Generationen pflanzen und ernten.

Und schlussendlich das Wort „konservativ“ (Anm.: Im Englischen kann „konservativ“ auch eine unpolitische Bedeutung haben und „erhaltend“ bedeuten).

Was ist mit diesem Wort geschehen? „Konservativ“ zu sein, bedeutet zu erhalten, den Status Quo aufrechtzuhalten. Wann wurde aus „konservativ“ die Bedeutung von Untergraben des „Endangered Species Act“ (Gesetz zum Schutz gefährdeter Arten) oder des „Clean Air Act“ (Gesetz zur Reinhaltung der Luft)? Wann wurde der Begriff „erhalten“ zum Gegenteil von dem, was er eigentlich bedeutet?

Als Naturschützer habe ich mich immer als „konservativ“ betrachtet. Und nun stelle ich fest, dass mich die rechtsgerichteten, radikalen und durchgeknallten Anti-Naturschützer, die Wälder zerstören, Meere überfischen und Flüsse verschmutzen und sich nun als „konservativ“ bezeichnen, beschuldigen, ein Radikaler zu sein, weil ich mich dafür einsetze, die Natur und gefährdete Arten zu erhalten.




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