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Schwertwal-Show bei SeaWorld San Diego. (Wikimedia)Der zuständige US-amerikanische Ausschuss genehmigt den Antrag unter Auflagen, die dem SeaWorld Park in San Diego das Züchten und den Transfer von gefangenen Schwertwalen verbieten.

Heute wurde von den Mitgliedern des zuständigen US-amerikanischen Ausschusses, der California Coastal Commission, in Long Beach über das „Blue World Project“ von SeaWorld San Diego abgestimmt, welches danach strebt, die Becken der Schwertwale auszubauen. Es waren Vertreter und Unterstützer von Sea Shepherd USA anwesend, welche die in den SeaWorld-Becken gefangenen Wale vertraten. Diese Meerespark-Gefängniszellen können, egal wie groß sie seien mögen, niemals den weiten natürlichen Lebensraum eines Wals ersetzen.

Während der zehnstündigen Debatte zu diesem heiß umstrittenen Thema war der Seaside Ballroom des Long Beach Convention and Entertainment Center mit 500 Menschen gefüllt, und weitere 100 beobachteten das Geschehen von den Fluren außerhalb. Für Sea Shepherd gibt es eine ganz einfache Antwort: Sea Shepherd Gründer Paul Watson sagte einmal - es ist immer wichtig, dass wir uns selbst fragen: "Wäre diese Veränderung besser für die Tiere? Würden sie das wollen?" Es steht außer Frage, dass größere Becken das düstere Leben der Schwertwale zumindest ein wenig verbessern würde. Jedoch hat SeaWorld auch gesagt, dass die Zucht der gefangenen Schwertwale weiter gehen soll. Es ist auch wahrscheinlich, dass weitere Schwertwale in und aus diesen Becken transportiert und verlegt werden. SeaWorld selbst gab an, dass es nicht viel mehr Schwertwale unterbringen könne, als die 11, die sich momentan schon dort aufhalten. Die Realität aber ist, dass die vergrößerten Becken eher den Gewinn von SeaWorld vergrößern, als dass sie einen positiven Effekt auf die Schwertwale hätten.

Im Namen von Sea Shepherd USA sprach Kampagnenkoordinator David Hance. Er hielt eine leidenschaftliche Rede und rief den Ausschuss dazu auf, sein Versprechen zu halten - den Lebensraum der kalifornischen Küste zu "schützen, zu erhalten, wiederherzustellen und zu verbessern" - und somit SeaWorlds Antrag abzulehnen.

Hance sprach davon, wie grausam es sei, hochintelligente und sozial-komplexe Wale in kleinen Becken gefangen zu halten und sie zu Kunststücken zu zwingen. Auch ein weiteres langjähriges Crewmitglied der Sea Shepherd Cove Guardians in Taiji äußerte sich über die untrennbare Verbindung zwischen der Delfinarien-Industrie und den grausamen Abschlachtungen von Delfinen und Kleinwalen in Taiji. Obwohl SeaWorld angibt, keine Wale von Treibjagden aufzunehmen, spielen sie doch eine große Rolle dabei, die Nachfrage an gefangenen Delfinen und Walen aufrechtzuerhalten – und dies ist dieselbe Nachfrage, die die Delfinjäger weiter im Geschäft hält.

Auch die Bedenken von Sea Shepherd, dass die Vergrößerung von SeaWorld drastische Konsequenzen für die Umwelt haben könnte, wurden betont. Es wird geplant, das Blue World Project neben einer industriellen Giftmülldeponie mit darin enthaltenem Methan- und Schwefelwasserstoffgasen zu errichten. Sea Shepherd ist der Meinung, dass alle Versprechungen zu SeaWorlds Schutz- und Überwachungsmaßnahmen größtenteils unzureichend sind.

Die Vertreter von SeaWorld konnten nicht überzeugend aufzeigen, dass das Blue World Project eine nennenswerte Verbesserung für das Leben der Wale bringen würde, geschweige denn, dass es dem Erhalt und der Aufklärung über die Ozeane diene. Die Ausführungen von SeaWorld schwankten zwischen üblicher Propaganda und geradezu empörendem Unsinn. Das Publikum konnte sich das Lachen nicht verkneifen, als Aussagen von SeaWorld verlesen wurden, die besagten, dass Wale in Gefangenschaft genauso lange leben würden wie in freier Wildbahn. Ein Ausschussmitglied berichtete, dass Lindy Donahue, verantwortliche Tiertrainerin bei SeaWorld, auf die Frage, wie SeaWorld reagieren würde, wenn sie keine Schwertwale mehr züchten dürfte, antwortete: "Es wäre grausam, den Tieren das belohnende Erlebnis, Eltern zu werden, zu verwehren." Im Publikum wurde hörbar nach Luft gerungen, als sie dieses Aussage hörten, die ausgerechnet von einem Unternehmen kommt, das gewaltsam Schwertwale durch künstliche Befruchtung züchtet und dann die Kälber von den Müttern wegreißt, um diese in andere Parks zu verlegen.

SeaWorld behauptet, dass Familien in Gefangenschaft nicht getrennt würden, wo hingegen frühere Trainer aus erster Hand von Ereignissen berichteten, bei denen sie mit ansehen mussten, wie Kälber gewaltsam von ihren Muttertieren getrennt wurden, um in SeaWorlds Geschäftsmodell zu passen.

"SeaWorld bezeichnete heute die Menschen, die sich um das Wohlergehen der Wale sorgen, wie schon so oft, als 'extreme Aktivisten' und behauptete sogar, dass sich einige als 'Wissenschaftler verkleiden'. SeaWorld steht für Grausamkeit und Gier, die sich als Naturschutz verkleidet", sagte Sea Shepherd-Gründer Paul Watson. "SeaWorld behauptet, sie wollen nur das Beste für die Wale, aber wenn das der Fall wäre, würden sie sich auf das Rehabilitieren und Freilassen der Wale und anderer Meeressäuger konzentrieren, anstatt Schwertwal-Shows zu veranstalten. Letztendlich lässt sich somit sagen, dass SeaWorld sich nur um eines sorgt: um seinen Profit."

Es scheint, dass sich die Mitglieder des Ausschusses darin einig sind, dass sich für die Wale etwas ändern muss. Obwohl der Ausschuss dem Erweiterungsantrag zugestimmt hat, kam diese Genehmigung nur in Verbindung mit Auflagen für SeaWorld. Der Antrag wurde mit einer Änderung angenommen, eingebracht vom Ausschussmitglied Danya Bochco. Diese Änderung verbietet dem SeaWorld Park in San Diego die Züchtung und künstliche Befruchtung von Walen in Gefangenschaft, sowie die Verlegung von Tieren in und aus dem Park. Die Gesamtzahl von Tieren, die der Park halten darf, wurde ebenfalls auf 15 Tiere reduziert. Bochco sagte, dass sie zwar nicht glaubt, dass SeaWorld möchte, dass die Tiere leiden, dass aber "die Tiere trotzdem leiden würden, da sie nicht in Gefangenschaft gehören."

Obwohl der Antrag nun nicht abgelehnt wurde, war es trotzdem ein Sieg für die Wale, weil der Ausschuss SeaWorld dazu zwang, endlich wichtige Änderungen in seinem Geschäftsbetrieb anzugehen. Es wurde die klare Botschaft übermittelt, dass die Öffentlichkeit nur daran interessiert ist, das Leben der Wale zu verbessern - und nicht die Gewinne von SeaWorld zu steigern.

Sea Shepherd USA wird sich weiterhin gegen die Gefangenschaft von Walen bei SeaWorld und anderen Einrichtungen, die Wale und Delfine gefangen halten, stellen. SeaWorld sollte, anstatt größere Schwertwalgefängnisse zu bauen, lieber sein Geschäftsmodell ändern und auf die Wünsche und Bedenken einer sich entwickelnden Gesellschaft eingehen – einer Gesellschaft, die an wahrem Tierschutz, Rehabilitation und Meeresschutz interessiert ist. Bei dieser Sitzung war ganz offensichtlich, was die Öffentlichkeit zunehmend verlangt; und das ist - wie auch SeaWorld selbst sagt - nichts anderes, als das Beste im Interesse der Tiere.

Und daran ist nichts "Extremes".

Ein Luftbild von SeaWorld San Diego zeigt, wie klein das Schwertwalbecken für die Wale wirklich ist.
Ein Luftbild von SeaWorld San Diego zeigt, wie klein das Schwertwalbecken für die Wale wirklich ist.





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