• Simple Item 11
  • Simple Item 1
  • Simple Item 9
  • 1
  • 2
  • 3

helgo5Vermutlich hat sie jeder schon einmal am Strand gesehen und sich nichts weiter dabei gedacht: dünne blaue oder orangefarbene Plastikfäden, verheddert zwischen Algen und Treibgut. Dabei handelt es sich um abgelöste Teile von Grundschleppnetzen, sogenannte „Dolly Ropes“, welche wie Fransen am unteren Ende von Grundschleppnetzen angebracht werden, um die Netze selbst vor Beschädigungen am Meeresboden zu schützen. Zwar bleiben die Netze so länger intakt, jedoch lösen sich die langen Fäden sehr leicht, sobald sie sich am Meeresboden an Hindernissen verhaken. Grundschleppnetze werden unter anderem in der Krabbenfischerei in der Nordsee eingesetzt.

Dass diese Art der Fischerei, neben der erheblichen Beschädigung des Meeresbodens und hoher Beifangzahlen, auch fatale Folgen für das Leben außerhalb des Meeres haben kann, zeigt sich besonders deutlich auf der Nordseeinsel Helgoland. In dem eigentlich idyllischen, winzigen Naturschutzgebiet um die berühmten roten Steilklippen und der Langen Anna nisten jedes Jahr im Frühjahr und Sommer unzählige Meeresvögel, darunter Dreizehenmöwen, Trottellummen und Deutschlands einzige Kolonie von Basstölpeln. Die etwa 250 Basstölpel-Brutpaare bauen ihre Nester an den engen Felswänden fast ausschließlich aus Material, welches sie auf dem offenen Meer finden. Dazu zählen leider auch die „Dolly Ropes“.

Sea Shepherd/Thea Drexhage

Lässt man den Blick über die Felsen streifen, fallen sofort die bunten Nester auf, welche fast ausschließlich aus Kunststoff zu bestehen scheinen. Dadurch kommt es jedes Jahr dazu, dass sich sowohl Jung- als auch Altvögel in den teilweise meterlangen Schnüren ihrer Nester verheddern und elendig verenden, da die „Dolly Ropes“ im Gegensatz zu organischem Material nicht nachgeben und reißen. Und nicht allein die Basstölpel sind betroffen, auch den auf Helgoland besonders beliebten Trottellummen werden die langen Plastikfäden regelmäßig zum Verhängnis.

helgo4
Aber nicht nur „Dolly Ropes“ stellen eine Bedrohung dar. In den zahlreichen Nestern können auch andere anorganische Materialien wie Luftballons inklusive langer Kunststoffbänder gefunden werden, welche z.B. bei Hochzeiten oder anderen Events in großen Zahlen in den Himmel steigen und letztendlich fast immer ihren Weg ins offene Meer finden. Was für zehn Minuten schöne Bilder und Erinnerungen ergibt, hat, nachdem sich der Blick der Menschen abgewendet hat, noch viele Jahrzehnte Konsequenzen für die Natur.

helgo2
Die Verschmutzung der Meere durch Plastik ist schon lange kein Geheimnis mehr und doch ist es immer wieder erschreckend, wie leichtfertig der Mensch mit der Natur umgeht. Nicht nur lange Fäden und Schnüre stellen eine Gefahr dar, auch andere Plastikprodukte, die im Meer treiben, haben fatale Folgen für das Ökosystem. Bei der langsamen Zersetzung von Kunststoff entstehen Mikroplastikpartikel, welche sowohl von Mensch als auch Tier durch das Wasser aufgenommen werden. Es liegt also nicht nur an der industriellen Fischerei, etwas zu ändern, sondern auch an jedem einzelnen von uns, unseren Umgang mit Plastikprodukten zu überdenken.

helgo1

Bilder: @Sea Shepherd/Thea Drexhage




News / Kommentare

  • Costa Ricas Umweltminister erklärt Paul Watson zum Helden
  • Sea Shepherd befreit bedrohten Totoaba während Wilderer erneut Schüsse abfeuern
  • Sea Shepherds Kampagne zur Rettung des Golftümmlers startet mit zwei Schiffen in Mexiko
  • Niederländische Postleitzahlen-Lotterie verlängert Zusammenarbeit mit Sea Shepherd

Event-Vorschau

Österreich News

  •   +

      Jahresrückblick 2017 Read More
  •   +

      Artgerecht ist nur die Freiheit Read More
  •   +

      Spendenaktion des Malers Toninho Dingl Read More
  • 1
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok