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laborabuse127. Februar 2018:  Kommentar von Captain Peter Hammarstedt, Kampagnenleiter bei Sea Shepherd Global:  Lohnkosten sind die einzigen unbeständigen Kosten in der Industriefischerei und bei der Jagd auf Haiflossen müssen diese menschlichen Kosten von den weltweit am schutzlosesten Arbeitern gezahlt werden: den Wanderfischern.

In der gesamten Region des Westlichen Indischen Ozeans werden mittellose Männer aus Entwicklungsländern auf minderwertigen Schiffen eingestellt, wo sie in internationalen Gewässern, weit weg und unerreichbar für die meisten Regulierungs- und Strafverfolgungsbehörden, lange und harte Stunden im gefährlichsten Beruf der Welt arbeiten müssen.

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Da die Schiffe länger auf See bleiben müssen, weil sie immer weniger Fisch fangen, sind Fixkosten wie Treibstoff und Fischereiausrüstung nicht verhandelbar, was zur Folge hat, dass von den Haiflossensyndikaten die Lohnkosten gekürzt werden.

Die illegale, undokumentierte und unregulierte Fischerei (IUU-Fischerei) geht auf der industriellen Ebene immer einher mit anderen Vergehen, die die illegale Fischerei überhaupt erst möglich machen. Sehr oft ist extremer Missbrauch von Arbeitskräften Teil dieser Verbrechen.

Tansanische Beamte befragen die Crew an Bord der BUAH NAGA 1. Foto: Jax Oliver/Sea Shepherd
Als die unter malaysischer Flagge fahrende BUAH NAGA 1 durch das Sea-Shepherd-Schiff OCEAN WARRIOR abgefangen wurde und ein Team bestehend aus tansanischen Strafverfolgungsbehörden – darunter die tansanische Marine, Beamte der Behörde für Tiefseefischerei, das Multi-Agency Task Team (MATT) und die tansanische Drogenpolizei – an Bord ging, wurden die schockierenden Lebens- und Arbeitsbedingungen der 14 indonesischen Fischer an Bord aufgedeckt.

Die Fischer benutzten die Speigatten (die Auslässe, über die das Meerwasser vom Deck abläuft) auf dem Vorderdeck als Klo, sodass die Wellen menschliche Exkremente über Bord waschen konnten. Das Quartier hatte nicht genug Betten für alle 14 Indonesier, denen man umgerechnet etwa 287 Euro im Monat zahlte, sodass die Fischer auf den Außendecks schliefen. Als einziger Schutz vor den Elementen diente ihnen lediglich eine dünne Plastikplane.

Lebensbedingungen auf einem der inspizierten Fischereifahrzeuge. Foto: Jax Oliver/Sea Shepherd
Als das MATT eine geladene Beretta 9 mm in der Kabine des chinesischen Kapitäns fand, erfuhr das Ermittlungsteam, dass die indonesischen Fischer regelmäßig mit der Pistole bedroht wurden und man ihnen außerdem Essen und Wasser verweigerte, wenn der Fang zu mager ausgefallen war. Man erwartet von ausländischen Fischern an Bord von IUU-Schiffen oft, dass sie am Tag 18-20 Stunden arbeiten, wenn gefischt wird.

Kapitäne von Fischereifahrzeugen haben die absolute Macht auf See, einschließlich der Entscheidungsfreiheit, bei vermeintlichen Verstößen gegen Arbeitsverträge die Lohnzahlung zu verweigern. Diese Arbeitsverträge sind überwiegend zum Vorteil des Arbeitgebers aufgesetzt und die Bedingungen können ganz im Ermessen des Kapitäns ausgelegt und durchgesetzt werden.

Zwölf tansanische Fischer teilen sich einen Raum mit nur zwei Betten. Foto: Jax Oliver/Sea Shepherd
An Bord der BUAH NAGA 1 war eine Ladung Haiflossen versteckt, was gegen das tansanische Fischereigesetz verstößt. Die BUAH NAGA 1 wurde festgesetzt und zu weiteren Untersuchungen in den Hafen von Mtwara gebracht.

Während das MATT zusammen mit der Polizeidirektion an der Strafverfolgung der BUAH NAGA 1 arbeitet, unterstützt die tansanische Polizei die indonesische Regierung bei der Rückführung ihrer 14 Landsleute, die die Beamten um Hilfe bei der Rückkehr nach Hause baten.

Tansanische Beamte halfen 14 Indonesiern nach Hause zurückzukehren. Foto: Jax Oliver/Sea Shepherd

In einem fremden Land allein gelassen zu werden, ist eine große Angst für Wanderfischer, die an Bord ausländischer Schiffe arbeiten, deren wahre Eigentümer sich oft hinter Briefkastenfirmen verstecken und kaum zur Verantwortung gezogen werden können. Aufgrund der großen Anzahl indonesischer Fischer, die im Ausland arbeiten, führt die indonesische Regierung den Kampf gegen den Missbrauch von Wanderfischern an, indem sie die Kosten für die Rückführung von Indonesiern abdeckt, die Opfer von Missbrauch am Arbeitsplatz wurden.

IUU-Fischerei ist nur im Zusammenhang mit anderen Verbrechen möglich, und diese Fischereibetreiber, die im Namen der Profitgier alle Umweltvorschriften missachten, werden den Menschenrechten der Personen, die an Bord ihrer Schiffe arbeiten, kaum Beachtung schenken. Tansania setzt sich erfolgreich für den Ansatz ein, Wilderer nicht nur wegen der Verletzung des Fischereigesetzes zu verfolgen, sondern auch mit den damit einhergehenden Verbrechen, die oft eine härtere Strafe nach sich ziehen, als nur die Verletzung des Fischereigesetzes.

Haiflossen an Deck der TAI HONG 1, die man während einer Inspektion gefunden hat. Foto: Jax Oliver/Sea Shepherd

Die Befreiung der 14 indonesischen Fischer an Bord der BUAH NAGA 1 und die Festsetzung des Schiffes war nur dank der Patrouillen auf See möglich, was einmal mehr zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit von Sea Shepherd mit der Regierung von Tansania und Fish-i Africa ist, um dabei zu helfen, das Entern und Inspizieren von Schiffen in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Tansania zu erleichtern.

Wilderer arbeiten in den rechtsfreien Gebieten, wo keine Strafverfolgung stattfindet. Der Missbrauch von Arbeitskräften auf See kann nur dann stattfinden, wenn kriminelle Operationen außerhalb der Reichweite des Gesetzes geschehen. Die Unterstützung durch ein Sea-Shepherd-Schiff in Tansanias Kampf gegen die IUU-Fischerei bedeutet, dass Wilderer jetzt nicht nur in Reichweite des Gesetzes sind, sondern dass man sie packen und zurück in die Häfen bringen kann, wo sie sich den tansanischen Gesetzen stellen müssen.

Weitere Informationen zu Operation Jodari




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