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team2111. November 2017:  Im Rahmen unserer laufenden Kampagne OPERATION BLOODY FJORDS zur Beendigung des Abschlachtens von Delfinen und Grindwalen auf den dänischen Färöern, führte Sea Shepherd zwischen Juli und Anfang September zehn Wochen lang Patrouillen an Land durch. Die von Sea Shepherd UK koordinierten Teams, wurden in sechs verschiedenen färöischen Städten positioniert, so dass sie 19 ausgewiesene Walfangbuchten abdeckten. Innerhalb dieser zehn Wochen wurden unsere Freiwilligen, die ihre persönliche Urlaubszeit nutzten, um sich unter die anderen Touristen zu mischen, Zeuge von neun Grindadráps. In den kommenden Tagen werden wir die persönlichen Aufzeichnungen und Bilder veröffentlichen, die uns von sechs dieser Teams vorgelegt wurden.


Team 2, welches in Tórshavn stationiert war, bezeugte den Grindadráp von Hvannasund am 17. Juli 2017, bei dem 191 Langflossen-Grindwale getötet wurden.

„Die Hölle im Paradies. Lasst uns nicht lange um den heißen Brei reden: Das einzig himmlische an den Färöern ist das wundervolle Licht, das manchmal auf die markanten schwarzen und grünen Klippen, welche sich aus dem Meer erheben, scheint. Doch für jeden, der sich mit der Absicht die Leben tausender Unschuldiger zu retten, an diesen Ort begibt, besteht kein Zweifel daran, wie widersprüchlich es ist, da zu sein.

Bevor ich abgereist bin, war uns bereits bewusst, dass dieses Jahr für die Delfine vor den Küsten der Inseln besonders schwer werden würde. Es gab bereits einige Treibjagden (oder Grindadráps), vor allem um Hvannasund, jedoch konnte ich mir kaum vorstellen, wie schwer es wirklich sein sollte. Der Gedanke daran, diese Massaker zu dokumentieren, ist ganz sicher kein schöner, aber es ist eine Erfahrung, die dich in eine völlig neue Dimension bringt – eine die sich radikal davon unterscheidet, tausende Kilometer entfernt nur Bilder und Videoaufnahmen, egal wie schockierend diese sein mögen, auf deinem Monitor zu sehen.

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Am 17. Juli 2017 um 16:30 Uhr erhielten mein Partner und ich eine Nachricht: Eine färöische Webseite hatte gerade einen Artikel veröffentlicht, in dem stand, dass eine Schule von hundert Grindwalen von Jägern bei Hvannasund verfolgt wird. Ich habe Tórshavn so schnell ich konnte verlassen und die einstündige Fahrt Richtung Hvannasund angetreten. Es fühlte sich an wie eine Ewigkeit und alles, an das ich denken konnte, war, so schnell wie möglich anzukommen, um nichts zu verpassen. Ziel war es, alle Gräueltaten gegen die Delfine für rechtliche Zwecke zu dokumentieren, was in Anbetracht des Schicksals, das die Tiere erwartet, leider sehr ironisch wirkt.

Als ich endlich den zweiten „Todestunnel“ (so haben wir die beiden langen, schmalen, düsteren Tunnel benannt, die uns nach Hvannasund bringen) verlassen habe, fuhr ich nach links. Von dort schauten wir runter auf die Stadt und konnten erkennen, dass die Bucht nicht ihre übliche Farbe hatte, sondern mit einer hellroten Substanz gefärbt war. Das Grindadráp hatte bereits stattgefunden. Eine Gruppe Touristen hielt am Straßenrand und schaute über den Strand auf die andere Seite der Bucht. Mir fiel der angeekelte Gesichtsausdruck der Frau auf. Sie schien zu denken: „Oh, wie furchtbar!“. Ich fragte mich, was ich nun machen solle und erinnerte mich an den Rat meines Teamleiters: “Geh so nah dran wie möglich. Tu so, als wärst du ein Tourist und alles wird funktionieren.“

Ich habe die kleine Straße zur Bucht überquert und bin runter zum Strand gegangen, an dem die Delfine abgeschlachtet wurden. Ich habe mich der Menge genähert. Die ganze Stadt muss da gewesen sein. Ich ging zum Ufer, wo dutzende von Kadaver aufgereiht und aufgetürmt lagen. Ich hatte keine Ahnung, wie viele tote Delfine vor mir lagen, denn bereits einer wäre zu viel. Doch dies war ein Blutbad. Als ich den Strand entlangging, habe ich diese große, beeindruckende Delfinart das erste Mal aus nächster Nähe gesehen – sie sind so groß, dass wir sie „Wale“ nennen. Sie alle hatten einen tiefen Schnitt hinter ihrem Kopf. Komischerweise habe ich in diesem Moment nichts gespürt. Der Schock traf mich erst später. Ich habe mich vermutlich zu sehr auf meine Aufgabe konzentriert. Die GoPro lief die ganze Zeit, auf der Suche nach verdächtigen Spuren auf den Kadavern.

Tatsächlich hat mich die Menge kaum bemerkt. Einige Leute schauten zu mir rüber, aber die meisten lachten oder lächelten, was meine innere Wut verstärkte. Weiter hinten am Strand entdeckte ich einige Delfine, die noch am Leben waren. Ein Zustand, der nicht lange anhalten würde. Die Männer erstachen sie rasch und durchtrennten ihr Rückgrat. Schließlich verbluteten die Delfine auf der Seite liegend. Als ich weiterging, hörte ich zwei Boote auf See fahren, ein paar hundert Meter weit in den Fjord. Schwarze Flossen schauten aus dem Wasser, erst drei, dann vier kleine, dann eine fünfte, viel größere. Eine kleine Gruppe hatte überlebt, aber für wie lange? Sie blieben, wo sie waren und schwammen im Kreis. Tief im Innersten wollte ich ihnen zurufen zu fliehen, doch stattdessen eilte ich an das Ende des Strandes, um eine bessere Sicht zu haben. Von dort beobachtete ich, wie unermüdlich die Männer ihre Opfer verfolgten. Bei so vielen Delfinen, die bereits in ihrem Blut am Strand ertranken, verstand ich ihre Hartnäckigkeit gegenüber diesen fünf Delfinen nicht. Es war ein Anblick, für den es keine logische Erklärung gibt. Eine kleine Fähre, die die Stadt mit der Hauptstadt verbindet, kam in einem Manöver an, welches du nirgendwo sonst auf der Welt sehen würdest, und raste auf die Gruppe der Überlebenden zu. Die folgenden Szenen rücksichtsloser Gewalt mit der Beschallung von Gelächter und Freude der Teilnehmenden stand in schockierendem Kontrast zur Schönheit dieser Säugetiere. Glücklicherweise gaben die vier Boote, die die Gruppe Überlebender angegriffen haben auf und gestanden ihre Niederlage, trotz Jahrhunderte langer Erfahrung im Töten von Delfinen, ein. Was für eine Erleichterung!

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Ich ging den anderen Weg zurück und beobachtete die Männer, wie sie Seile um die Schwanzflossen der Delfine banden und sie mit ihren Booten zogen, bevor sie mit Kränen aus dem Wasser gehoben und auf Lastwagen geladen wurden (die Tiere können mehrere Tonnen wiegen). Kinder warfen Steine ins Wasser und auf die leblosen Körper. Andere Leute machten Selfies und grinsten breit vor den Kadavern. Abgesehen von den fünf Überlebenden wurde kein Mitglied der Delfinfamilie, egal ob jung, alt, männlich oder weiblich, verschont.

Und noch immer hatte ich Arbeit vor mir. Wir mussten nun den Lastwagen folgen und herausfinden, wo sie die Kadaver hinbringen würden. Wir fuhren in Richtung Klaksvik, dem nächsten Hafen, der in der Lage war, so viele Delfine aufzunehmen. Sie waren leicht zu verfolgen, da sie einen blutroten Streifen mitten auf der Fahrbahn zwischen den beiden Städten hinterlassen hatten. Nach zehn Kilometern führte die Spur in Klaksvik nach rechts, in Richtung Hafen. Ich parkte und als ich mich den Booten näherte, sah ich, dass die Kadaver am Ende des Kais aufgereiht lagen. Etwa ein Dutzend alter Färinger war da und redete miteinander. Leute gingen auf sie zu, um zu schauen. Nach kurzem Zögern und einem weiteren Missgeschick entschied ich mich runter zu gehen. Ich ging an einer Gruppe vorbei, die uns neugierig anschaute, aber mehr nicht. Wir waren nun nah genug dran, um zu erkennen, dass die Delfine ausgeweidet wurden. Langsam nährten wir uns dem Ende des Piers und nahmen uns Zeit, die toten Körper, nun außerhalb des Wassers, einen nach dem anderen genau zu betrachten. Sechs oder sieben Weibchen waren tragend. Die Plazenten auf dem Beton waren nicht gebrochen, aber eine von ihnen war eingerissen und legte das Auge eines Fötus offen. Ich zählte etwa 40 Grindwale. Dies schien nicht viel im Vergleich zur Anzahl von Kadavern am Strand von Hvannasund. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, ist, dass sich der größte Kai des Hafens auf der anderen Seite der Bucht befand…Für uns gab es nichts weiter zu tun und als die Sonne unterging wollten wir die Aufmerksamkeit der Einheimischen nicht weiter erregen und entschieden uns, nach Hause zu fahren. Die Heimfahrt war extrem schwer, denn alles was wir an diesem Tag gesehen hatten, wiederholte sich in meinem Kopf. All der Horror und die Emotionen holten mich auf einmal ein.

Zurück zu Hause ging es daran, die Bilder und Videos auszuwerten und zu sichern. Wir entschieden uns dazu, am nächsten Tag sehr früh zurückzufahren, um nach Spuren zu suchen, was mit all den Delfinen und ihrem Fleisch passiert war, zumal bereits mehrere Grindadráps stattgefunden hatten. Um 04:00 Uhr klingelte mein Wecker, doch es fiel mir schwer meine Augen zu öffnen. Das war nur ein kurzes Nickerchen. Gegen 05:00 Uhr kam ich in Klaksvik an. Logischerweise ging ich zum gleichen Dock wie am Tag zuvor. All die Kadaver waren noch da, doch die Plazenten waren weg. Ich untersuchte die Gegend, aber es gab keine Spur von ihnen, auch nicht in den Containern oder Mülltonnen. Was könnten sie also mit ihnen anstellen? Ich verließ den Hafen und entschied mich dazu, durch die Stadt zu fahren, um die Straßen kennenzulernen, was sich später als praktisch erweisen könnte. Da es sich um eine kleine Stadt mit wenigen Straßen handelt, war es recht einfach, sich zu orientieren. Trotzdem verpasste ich wieder den westlichen Eingang zum Hafen. Eine Straße führt zu den Erhöhungen über der Stadt und ich fuhr hoch, um einen besseren Überblick zu bekommen. Von dort konnte ich die gesamte Bucht und den Kai auf der linken Seite, an dem ich war, sehen…und den westlichen Kai. Dort war einiges an Bewegung, also nahm ich mein Teleobjektiv und entdeckte die unzähligen schwarzen Haufen, aufgereiht, einer nach dem anderen. Ich fuhr direkt dort hin. Als ich ankam, hatte sich bereits eine kleine Menge am Eingang des westlichen Kais versammelt. Ein Mann kam und begann mit der Menge zu sprechen. Es war Zeit, die Beute aufzuteilen. Dutzende von Menschen kamen mit Schubkarren, Mülleimern oder großen Tüten. Ich versuchte der Menge zu folgen und mich in dieser Gegend, die ich am Tag zuvor nicht gefunden hatte, umzuschauen. Jedoch wurde ich angestarrt und mir wurde zu verstehen gegeben, dass ich dort unerwünscht war. Ich blieb jedoch lang genug, um zu sehen, wie viel Fleisch und Fett verteilt wurde. Im Vergleich zur Größe des Delfins wurde nur eine dünne Schicht entnommen. Eine große Menge Fleisch blieb am Kadaver und Scharen von Möwen landeten, um es abzupicken.

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Ich konnte nicht sehr lange dort bleiben und entschied mich, zurück zur anderen Seite der Bucht zu fahren. Dort waren die Kadaver noch immer intakt (wir haben nie herausgefunden, was mit ihnen passiert ist). Ich fand einen Platz in einer Nebenstraße mit einem relativ guten Blick auf die Geschehnisse auf der anderen Seite der Bucht. Ich setze mich nach hinten ins Auto, wo die Scheiben getönt waren und holte mein Objektiv raus. Durch einen Zufall entdeckte ich einen weißen Lastwagen, der gerade angelassen wurde. Als er vorbeifuhr, sah ich, dass er mehrere ausgeweidete, aber ansonsten intakte Grindwale geladen hatte. Meine Neugier geweckt, entschied ich mich, ihm zu folgen. Dies ist bei den wenigen Straßen der Insel denkbar einfach. Nach etwa hundert Metern auf der Straße bog er vor mir auf die Hauptstraße. Wir fuhren in die Richtung des westlichen Kais. Der Fahrer wendete auf dem Kai und ich fuhr direkt weiter. Als ich zurückkam konnte ich den Lastwagen nahe am Eingang stehen sehen. Ich entschied mich, dorthin zu gehen und parkte zwischen zwei Autos etwa 50 m entfernt. Ich beobachtete den Fahrer. Er tätigte einen Anruf, stieg aus dem Lastwagen, drehte sich um und sprach mit jemandem, stieg wieder ein, fuhr rückwärts und stieg wieder aus. Er wusste eindeutig nicht, was er zu tun hatte. Nach zehn Minuten startete er den Motor erneut und fuhr in ein Gebäude, wo ich ihn aus den Augen verlor. Minuten vergingen und nichts passierte. Ich entschied mich, zurück zu meiner Aussichtsplattform auf der anderen Seite der Bucht, über dem östlichen Kai, zu kehren. Die gleichen traurigen Bilder ereigneten sich. Ich beobachtete kleine Boote, die in der Bucht ankamen. Sie nahmen sich ein paar Stücke und fuhren wieder. Ich kann nicht sagen, ob die gleichen Boote mehrmals kamen.

Und dann kam der weiße Lastwagen wieder zum Vorschein! Er fuhr an einem roten Lastwagen vorbei, den ich vorher nicht bemerkte hatte, als er in der Nähe des Kais wo die 150 Kadaver lagen, parkte. Dann sah ich, wie sich ein Gabelstapler bewegte und einen großen, noch immer intakten Wal hochhob (all das wurde gefilmt). Als sich der Gabelstapler mit dem Wal dem Lastwagen näherte, rutschte das Säugetier von der Gabel und fiel zu Boden. Obwohl ich wusste, dass er tot ist, war es unglaublich schmerzhaft zu sehen, wie er behandelt wurde. Der Gabelstapler konnte den Wal nach mehreren Versuchen wieder anheben und ließ ihn in den Container des roten Lastwagens fallen.

Ich musste mich auf der Stelle entscheiden: Entweder sofort zu fahren und den weißen Lastwagen zu finden, was ein Risiko war, da ich ihn aus den Augen verloren hatte, oder zu bleiben und den roten Lastwagen zu beobachten. Ich entschied mich zu bleiben. Der Gabelstapler fuhr zurück zum Dock, hob einen weiteren großen Wal hoch und ließ ihn in den Container fallen, dieses Mal ohne Zwischenfall. Der Fahrer hatte den ersten Wal vielleicht fallen lassen, musste jedoch Erfahrung mit dem Balancieren der Körper dieser riesigen Wale haben, welche mehrere Tonnen wiegen, da er in der Lage war sie mit zwei Gabeln eines Staplers aufzuheben und so schnell zu manövrieren. Der rote Lastwagen fuhr wieder los. Um keine Zeit zu verlieren fuhr ich sofort los in Richtung Kreisverkehr, kurz vor der Stadt, wo der Lastwagen sicher vorbeikommen würde. Er hatte keine Wahl, egal in welche Richtung er fahren würde, er musste diesen Kreisverkehr passieren. Erwischt! Ich sah ihn vorbeifahren, als ich auf die Straße in Richtung Kreisverkehr bog. Ein paar Meter weiter auf der Straße, war ich überrascht, den weißen Lastwagen wieder zu sehen, der dort auf den roten gewartet hat. Also folgte ich nicht nur einem, sondern gleich zwei Lastwagen voll mit ganzen Grindwalkadavern.

Wir fuhren immer weiter. Der weiße Lastwagen war trotz seiner Ladung sehr schnell und entfernte sich weiter. Das Gewicht der Wale zeigte sich auf den Strecken, die bergauf gingen, wo die Lastwagen mit einer Geschwindigkeit von gerade einmal 40 km/h zu kämpfen hatten. Es wurde klar, dass die Lastwagen nach Westen fuhren. Beim letzten Kreisverkehr, wo es nach Vagar abgeht, bogen die Lastwagen nach links. Wir fuhren eindeutig in die Hauptstadt. Als wir in Tórshavn angekommen sind, habe ich den weißen Lastwagen nach den ersten Kreisverkehren aus den Augen verloren. Bei all dem Verkehr entschied ich mich, auf Nummer sicher zu gehen und direkt hinter dem roten Lastwagen zu bleiben, damit sich kein weiteres Fahrzeug zwischen uns setzen könnte. Und dann fuhr der Lastwagen nach rechts…zu einer Tankstelle. Daran hatte ich nicht gedacht! Es gab keine Möglichkeit neben ihm halten zu können, also fuhr ich weiter, an der Tankstelle vorbei und wendete beim nächsten Kreisverkehr. Mir wurde flau im Magen, aus Angst, den Lastwagen verlieren zu können. Er war noch immer da! Ich hielt auf einem Parkplatz außerhalb der Tankstelle und wartete etwa zehn Minuten, bevor der Fahrer wieder raus kam. Er hielt an, um zu essen. Und dann ging es weiter.

Ich blieb so nah wie möglich hinter ihm und begann mich zu fragen, ob der Fahrer bemerkt hatte, dass er seit einer Stunde von dem gleichen Fahrzeug verfolgt wurde. Ich begann mir einzureden, dass er in einer Million Jahre nicht daran denken würde, verfolgt zu werden. Dann blinkte der Lastwagen nach links und wechselte die Spur, um links abbiegen zu können. Ich tat das gleiche. Die Autos auf der anderen Seite hielten an und statt wie erwartet links abzubiegen, beschleunigte der Lastwagen und fuhr geradeaus weiter. Logischerweise verstärkten sich meine bisherigen Zweifel durch das Manöver des Lastwagens. Aber vielleicht hatte er sich einfach verfahren oder sich an eine Baustelle im Stadtzentrum erinnert. Egal, um welche Variante es sich handelte, ich würde seine Spur auf keinen Fall verlieren. Ich entschied mich, so bald wie möglich umzudrehen, an der Ampel zu warten und dann weiter in die Richtung des Lastwagens zu fahren. Ich habe mich überall umgesehen: Nichts! Ich habe in jede Straße geschaut, um zu schauen, wo der Lastwagen vielleicht gewendet haben könnte und dann habe ich ihn endlich am Ende einer Straße entdeckt. Ich drehte und schaffte es endlich wieder ihn einzuholen. Es war wie eine Verfolgungsjagd in einem Film! Ich hatte meine Lektion gelernt und hielt etwas mehr Abstand. So konnte ich ihm ohne Probleme bis zum Hafeneingang folgen. Ich hatte dieses Gebiet vor einigen Tagen bereits zu Fuß erkundet und wusste, dass die Verfolgung hier enden würde. Ich hielt Abstand und sah, wie der Lastwagen vor ein Tor fuhr. An dem Tor war ein Schild und ein Mann mit einer orangen Jacke. Ich hielt an, um nachzudenken, was ich als nächstes tun sollte. Ich war allein im Auto und sah ganz und gar nicht einheimisch aus. Ich hatte meine Kameraausrüstung dabei…Ich könnte ihm also folgen, obwohl es aussah, als ob der Zutritt nicht gestattet war. Und wer weiß was dann passieren würde, vor allem, wenn der Fahrer mein Auto entdeckt hätte. Oder ich könnte umkehren. Ich überlegte für ein oder zwei Sekunden. Als der Lastwagen sich bewegte, entschied ich mich den Hafen entlangzufahren, um mir Übersicht über den Doch zu verschaffen – was ich später bereuen würde.

team27
Was für ein Fehler! Ich konnte den roten Lastwagen noch immer neben den Gebäuden am Kai sehen, aber er bewegte sich vorwärts und verschwand hinter zwei riesigen Schleppnetzschiffen, die meine Sicht blockierten. Ich habe den Lastwagen und die Wale aus den Augen verloren. Ich entschied mich, zu Fuß zurückzugehen. Mir fiel auf, dass es nur zwei Gebäude gab, in die der Lastwagen hätte verschwinden können. Das erste war Reparaturwerft für Schiffe, das zweite trug das United Seafood- Logo. Ein Gebäude, wo Fischer ihren Fang abladen. In anderen Worten: sein wahrscheinlichster Aufenthaltsort war eine Fischauktionshalle. Wie kann man in Anbetracht dessen behaupteten, dass kein Handel mit Delfinfleisch stattfindet (ob nun direkt oder verarbeitet)?

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Ich blieb für einige Stunden dort und beobachtete. Ich sah keine weiteren Lastwagen ankommen und weder der rote, noch der weiße Lastwagen verließen die Halle. Dies ist also das Ende meiner Schilderung und selbst, wenn es keinerlei Zweifel mehr geben sollte, habe ich keine handfesten Beweise, wie die Kadaver in die Halle gebracht wurden. Ich verließ die Inseln mit einem extremen Gefühl von Frustration, aber auch mit der kleinen Hoffnung, dass ich im Kampf gegen die Massaker an Grindwalen irgendwie helfen konnte.“

Mit 1.203 getöteten Grindwalen und 488 getöteten Delfinen bei 24 einzelnen Jagden auf den dänischen Färöern, erwies sich 2017 als eines der bisher schlimmsten Grindadráp-Jahre seit Mitte der 1990er.

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  • 8.12.17 | Sea Shepherd@ Marrok Konzert IBK
  • 2.12.17 | Sea Shepherd@ Vinegar Hill CD Release Leoben

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