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sstome616. Oktober 2017: Die Behörden von São Tomé leiten rechtliche Schritte ein: In ihren Hoheitsgewässern wurde ein spanisches Langleinenschiff entdeckt, das Haie wilderte, anstatt wie erlaubt Thunfisch zu fangen. Das obige Foto zeigt, wie Mitarbeiter der Küstenwache und der Fischereibehörde von São Tomé und Príncipe an Bord der BAZ gehen, unterstützt von gabunischen Beamten und Besatzungsmitgliedern von Sea Shepherd.

Am 5. September wurde das spanische Langleinenschiff BAZ in den Gewässern des zentralafrikanischen Inselstaates São Tomé und Príncipe von staatlichen Behörden geentert. Dabei wurden sie von Besatzungsmitgliedern von Sea Shepherd sowie gabunischen Polizeibeamten unterstützt, die unter dem Namen OPERATION ALBACORE zusammenarbeiteten.

Kieferknochen von Haien aufgereiht an Deck der BAZ, für eine Inspektion von der BOB BARKER gestoppt Foto: Tara Lambourne / Sea Shepherd
Die Fischereilizenz des Langleiners war für „Thunfisch und ähnliche Arten“ ausgestellt, in den Fischräumen befanden sich allerdings hauptsächlich Haie. Davon waren die meisten Blauhaie, die von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als "potenziell gefährdet" eingestuft wurden, aber auch Kurzflossen-Makos, die als 'gefährdet' (Vorstufe zu 'stark gefährdet') bewertet sind. Viele der Haiflossen waren bereits von den Körpern getrennt, was eine mutmaßliche Verletzung des Verbots des Abtrennens von Haifischflossen der Europäischen Union (1185/2003) und dessen Ergänzung (605/2013) darstellt. Dieses Verbot fordert, dass Haie nur mit unversehrten Flossen am Körper angelandet werden dürfen.

Es waren fast zweimal so viele Haie wie Thunfisch an Bord der BAZ zu finden: 62.730 kg Blauhai und 6.242 kg Kurzflossen-Mako im Gegensatz zu 36.943 kg Großaugen-Thun und 5.387 kg Gelbflossen-Thun.

Die mit Köderhaken versehenen Nebenleinen aus Kunststoff waren mit Stahlfäden verstärkt, was den Verdacht unterstrich, dass die Zielart der BAZ hauptsächlich aus Hai und nicht aus Thunfisch bestand. Nebenleinen mit eingeflochtenen Stahlfäden werden verwendet, damit Haie die Leine nicht durchbeißen und so entfliehen können.

Der spanische Kapitän der BAZ mit Haiflossen aus dem Fischraum Foto: Tara Lambourne / Sea Shepherd
Haiflossen eingepackt in Tüten als Beweismittel der Verletzung der EU-Verordnung Foto: Tara Lambourne / Sea Shepherd
An Bord wurden auch bereits ausgenommene und verarbeitete Fische gefunden, was ohne vorherige Genehmigung eine Verletzung der Fischereiverordnungen von São Tomé darstellt. Eine solche Genehmigung konnte die BAZ nicht vorweisen.

Vor etwas über einem Jahr, im August 2016, haben die Behörden von São Tomé das spanische Langleinenschiff ALEMAR PRIMERO festgesetzt. Auch damals haben die Behörden mit der Sea Shepherd zusammengearbeitet und von Bord der BOB BARKER aus agiert. In den Fischräumen der ALEMAR PRIMERO wurden 87 Tonnen Haifisch und Haifischflossen gefunden. Das Schiff wurde anschließend festgesetzt und drei Wochen später wieder freigegeben, nachdem ein Bußgeld für verschiedene Vergehen bezahlt wurde, die nicht im Zusammenhang mit dem Abtrennen von Haifischflossen stehen. Obwohl die EU das Abtrennen untersagt hat, ist es durch die Gesetzgebung von São Tomé nicht ausdrücklich verboten.

"Die Fischereibehörden von São Tomé hatte zusammen mit der EU-Generaldirektion für Maritime Angelegenheiten und Fischerei (DG Mare) Beschwerde eingelegt, damit den Vorwürfen wegen Verstößen gegen die EU-Finning-Verordnung nachgegangen wurde. In Spanien, unter dessen Flagge das Schiff fuhr, wurden die Vorwürfe jedoch unter dem Vorwand abgewiesen, dass bereits in São Tomé Strafen verhängt wurden und eine Doppelbestrafung rechtlich nicht möglich sei. Dabei wurde missachtet, dass die in São Tomé verhängten Strafen sich nicht auf Finning bezogen", sagte Sea Shepherd-Kampagnenleiter Peter Hammarstedt.

Ein Mitglied der Küstenwache von São Tomé und Príncipe an Bord der BAZ Foto: Tara Lambourne / Sea Shepherd
Am 10. Oktober haben die Fischereibehörden von São Tomé dem spanischen Besitzer des Schiffes eine Mitteilung über Verstöße gegen die Fischereigesetze zugestellt. Außerdem haben sie die Europäische Kommission um eine Untersuchung wegen Verletzung der Verordnung gegen das Abtrennen von Haifischflossen gebeten.

Die Inspektion und das Entern der BAZ geben Spanien die Möglichkeit, endlich Kontrolle über die kriminellen Aktivitäten seiner Langleinenflotte zu erlangen.

"Eine Strafverfolgung der ALEMAR PRIMERO wegen Verletzung der EU-Finning-Verordnung wurde umgangen. Dieses Versäumnis ist der Grund dafür, dass sich die spanische Langleinenfischerei sicher fühlt und somit trotz EU-Verordnung weiterhin in den Gewässern von São Tomé Finning betreibt", sagte Peter Hammarstedt. "Die DG Mare muss im Falle der BAZ dringend ein Exempel statuieren. Wird die BAZ nicht von Spanien bestraft, wird es keine Gerechtigkeit für São Tomé und Príncipe geben. Die EU-Finning-Verordnung wird damit dann zu einer reinen Farce."

Die EU-Finning-Verordnung war geschaffen worden, um sicherzustellen, dass die Körper von Haien nicht nach dem Abschneiden der Flossen über Bord geworfen werden, um mehr Platz für die wertvollen Haifischflossen zu haben, und somit mehr Haie getötet werden, als es sonst der Fall wäre. Haie werden in unglaublicher, stetig wachsender Zahl getötet, um die Nachfrage des asiatischen Marktes nach Haifischflossen zu bedienen. Ein Drittel der Bestände aller Haiarten ist inzwischen so überfischt, dass sie vom Aussterben bedroht sind.

Die BAZ (unter spanischer Flagge) vor der Küste von São Tomé und Príncipe Foto: Tara Lambourne / Sea Shepherd





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