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why117Kommentar von Lamya Essemlali, Mitglied der Geschäftsführung von Sea Shepherd Global:  Die Kampagne “Another Perspective on Fish” („Fisch aus einem anderen Blickwinkel“) ist eine weltweite Kampagne, welche sich um die im Kollektivbewusstsein aufgetauchte Frage nach der Empfindungsfähigkeit von Wassertieren (von Fischen, aber auch von Kopffüßern und Krebstieren) kümmert.

Fische machen 97-98% der für ihr Fleisch getöteten Tiere aus. Dabei kommen Fangmethoden und Tötungsabläufe zum Einsatz, welche die Öffentlichkeit schockieren würden und bei Landtieren mit Sicherheit verboten wären. Aber was an Land moralisch verwerflich und ökologisch kriminell erscheint, wird auf dem Meer größtenteils ignoriert und in Kauf genommen.

Auf der einen Seite haben es manche Meerestiere wie Wale, Delfine, Eisbären oder Schildkröten geschafft, unsere Sympathie zu erlangen und genießen einen gewissen Schutzstatus (eher relativ gesehen, wie wir leider nur zu gut wissen), auf der anderen Seite werden Fische kaum als Tiere wahrgenommen.

Es ist diese Betrachtungsweise vom Fisch, die uns zur derzeitigen Lage führt. Tausende Milliarden von ihnen (zusammen mit Kopffüßern und Krebstieren) werden unter weitgehender Missachtung der marinen Lebensräume und dem Leiden der Tiere dem Meer entrissen.

Abgesehen von ihrem Eigenwert, leisten Fische wesentliche Arbeit im marinen Ökosystem, von dem das Leben auf der Erde abhängt. Sie ermöglichen die ordnungsgemäße Funktion des ozeanischen Kreislaufs, welcher der Hauptregulator des Klimas sowie die Hauptquelle von Sauerstoff ist. Wir verdanken diesen unbeachteten Tieren somit einen von zwei Atemzügen.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert fingen wir 3 Mio. Tonnen Fisch. Bis 1959 steigerten wir uns auf 20 Mio. Tonnen und bis 1989 auf 100 Mio. Tonnen. In Anbetracht dessen, wie sich die Dinge heute entwickeln, prognostiziert die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) einen Zusammenbruch der weltweiten Fischerei bis 2048.

Mit anderen Worten bedeutet dies den Tod der Ozeane, wie wir sie heute kennen und eine ökologische Kettenreaktion ohnegleichen in der Geschichte der Menschheit.

Sowohl aus ethischen als auch ökologischen Gesichtspunkten ist es dringend notwendig, unsere Betrachtungsweise vom Fisch zu überdenken.

Wir wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wenn man Menschen, die sich als Vegetarier vorstellen, keinen Thunfisch mehr anbietet.

Es wird in den nächsten Tagen überall auf der Welt Veranstaltungen geben, die sich mit dieser Frage beschäftigen. Weitere Informationen unter:
https://www.end-of-fishing.org/de/
https://www.facebook.com/FishLiberation/

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